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www.makrofotos.de La PalmaFotopirsch durch die grünste Insel der Kanaren |
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Reiseziel, Fotoreise Erfahrungsbericht, Bericht, Fotoziel, Region, Fotografieren, La Palma
Aktualisierung: 27.01.2009 © 2007
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© 2008 Lutz Ressmann Hat der kanarische Archipel dem ambitionierten Fotografen etwas Lohnendes zu bieten? Sind die Kanaren nicht eher Synonym für überwinternde Rentner, sonnenhungrige Pauschaltouristen und Kreuzfahrer auf Landurlaub? Sicher all dies. Und doch hat jede der 7 Hauptinseln, Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote, Fuerteventura, Gomera, El Hierro und eben La Palma, dem Fotografen auf engstem Raum eine Vielzahl spektakulärer Motive zu bieten. Von Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote und Fuerteventura hat man sicher schon viel gehört und gesehen. La Palma ist jedoch weitgehend unbekannt, obwohl auch sie per Direktflug erreicht werden kann. Dieser Beitrag soll etwas zur allgemeinen Erhellung beitragen. Ich bin sicher: So mancher wird nach Lektüre dieses Artikels mit dem Gedanken spielen, die „Isla Bonita“, wie La Palma liebevoll umschreiben wird, ins fotografische Portfolio aufzunehmen. Der Schwerpunkt dieses Artikels liegt übrigens auf der Natur- und Landschaftsfotografie. La Palma hat natürlich auch architektonisch und kulturtechnisch einiges zu bieten. Aber ich will ja nicht alles verraten ...
Cascada de Colores - Caldera de Taburiente
San Miguel de La Palma ist die nordwestlichste und fünftgrößte Insel der Kanaren. Wie alle anderen ist auch sie vulkanischen Ursprungs. Mit etwa 2-3 Mio. Jahren ist sie neben El Hierro jedoch deutlich jünger als die übrigen Inseln des Archipels. Lanzarote und Fuerteventura werden auf etwa 16-20 Mio. Jahre geschätzt. La Palma ist nach Teneriffa die zweithöchste Insel der Kanaren. Ihre Gesamthöhe ist mit etwa 6.500 m wahrhaft gigantisch. Zwar befinden sich etwa 95 % der Gesteinsmasse unter dem Meer, aber auch die übrigen 5 % der Inselmasse erreichen imposante Ausmaße: Die höchste Erhebung La Palmas, der Roque de los Muchachos, ragt immerhin 2.426 m über das Meer. So kann es nicht überraschen, dass La Palma bezogen auf Ihre Gesamtfläche von nur 706 km2 die steilsten Erhebungen der Welt aufweist.
Blick vom Pico Birigoyo zum Calderakamm
La Palma war auch Schauplatz der jüngsten Vulkanausbrüche auf den Kanaren: 1949 verwüsteten die Ausbrüche dreier Vulkane den Süden der Insel. Der ebenfalls im Süden befindliche Vulkan Teneguía schickte 1971 in mehreren Eruptionen Lava, Asche und Gesteinsbrocken Richtung Meer, richtete aber kaum Schäden an. Die Vulkantätigkeit im Inselsüden ist bis heute nicht vollständig zum Erliegen gekommen. Wenige Meter, manchmal auch nur wenige Zentimeter unter der Erde, können noch immer extrem heiße Temperaturen gemessen werden. 2002 wurde La Palma zum Biosphärenreservat erklärt, d.h. die gesamte Insel steht unter Naturschutz. Die Insel bezieht ihren besonderen Reiz aus der Vielfalt unterschiedlichster und ursprünglicher Landschaften auf engstem Raum. Kiefer- und Lorbeerurwälder der Cumbres sowie der Caldera de Taburiente, tiefeingeschnittene Schluchten im Norden und ausgedehnte Lava- und Aschefelder im Süden. Ein Dorado für jeden Fotografen. Das Gesamtbild La Palmas wird von einem der mächtigsten Erosionskrater der Welt, der Caldera de Taburiente geprägt. Der Krater ist umgeben von einem 28 km langen und bis zu 2.426 m hohen Bergkamm, mit einem Durchmesser von rund 10 km. Er nimmt den gesamten Nordteil der Insel ein. Der Süden wird dagegen bestimmt von der langgezogenen Kette der Cumbre Vieja, mit mehr als 100 Vulkankegeln. Am Kamm der älteren Kette, der Cumbre Nueva im Osten, stauen sich häufig die Wolken des dominierenden Nord-Ost-Passats. Auf der nach Westen zugewandten Seite der Cumbre Nueva kann man dann nicht selten das berühmte Schauspiel des „Wolkenwasserfalls“ beobachten. Die Wolken schwappen von Osten über den Kamm und lösen sich im westlich gelegenen Aridanetal wieder auf.
Flora La Palma besitzt aufgrund ihrer völlig unterschiedlichen Vegetationszonen eine ausgesprochen vielseitige Pflanzenwelt, die im Laufe der Zeit zahlreiche Endemiten hervorgebracht hat. Man spricht von 774 verschiedenen wildwachsenden Pflanzenarten, 70 davon endemisch. In der warmen und trockenen Küstenzone trifft man überwiegend auf Sukkulenten (Wolfsmilchgewächse und Kakteen) und natürlich die Banane, das bedeutendste Wirtschaftsgut La Palmas. Der „cardón“, die Kandelaberwolfsmilch ist ein Kanarenendemit. Sie wächst sehr langsam, kann aber viele hundert Jahre alt werden. Daneben existiert die bis zu 1,5 m hohe Taibaba und die Hauswurz, deren Blätter rosettenartig angeordnet sind und pyramidenartige Blütenstände hervorbringt. Auf Häuserdächern und Mauern gedeiht an vielen Orten ihr naher Verwandter, die Dachhauswurz.
Bananenstaude
Außer der Kanarischen Dattelpalme wird man bis zu 200 m Höhe kaum Bäume sehen. Darüber trifft man auf den Drachenbaum, ein für die Kanaren charakteristischer, jedoch recht seltener Baum. Der Drachenbaum gehört zur Familie der Liliengewächse. Er wächst recht schnell und kann bis zu 20 m hoch werden. Drachenbäume können durchaus mehr als 100 Jahre alt werden. Sie weisen keine Jahresringe auf, so dass ihr Alter nur nach der Anzahl ihrer Verästelungen bestimmt werden kann. In Höhen zwischen 200-600 m finden sich Wachholdergewächse, wie der Phönizische Wacholder, der in früheren Zeiten auf La Palma ausgedehnte Buschwälder bildete. Highlight ist sicher der Lorbeerurwald, von dem sich nur noch in einzelnen Barrancos (Schluchten) zusammenhängende Waldgebiete erhalten konnten. Größtes Areal ist das von „Los Tilos“. Der kanarische Lorbeer kann bis zu 30 m hoch werden. Die Stämme sind meist mit Moosen und Flechten bewachsen, der Unterwuchs aus Büschen, Sträuchern, Pilzen, Kräuter und vor allem Farnen. Aufgrund der extremen Hell-Dunkel-Kontraste ist das Fotografieren an dieser Stelle recht problematisch, wobei sich hier zumindest der Digitalfotograf mittels HDR aus der Affäre ziehen kann. Den Übergang zwischen Lorbeer- und Kiefernwald bildet die sogenannte Fayal-Brezal-Formation (Faya = Gagelstrauch; Brezo = Baumheide). Die Baumheide erreicht eine Höhe von bis zu 15 m, oberhalb von 1.100 m Höhe ist sie jedoch nur in Strauchform ausgebildet. Der ebenso wetterresitente Gagelbaum kann bis zu 20 m Höhe erreichen. Ab 1.500 m beginnt in der Nordhälfte La Palmas der Kiefernwald, im Süden trifft man die Kanarische Kiefer bereits ab einer Höhe von etwa 800 m an. Diese Zone endet bei einer Höhe von ca. 2.000 m. Ca. 1/3 La Palmas ist heute mit ausgedehnten Kiefernwäldern bedeckt. Gelegentlich einer Fahrt oder Wanderung auf den Roque de los Muchachos kann man das sehr gut beobachten. Die Kanarische Kiefer wird bis zu 30 m hoch. Sie ist in der Lage, aus den Passatwolken das Wasser zu kondensieren, das an ihren langen Nadeln als Niederschlag abtropft. Sie ist äußerst feuerresistent. Es kommt auch auf La Palma immer wieder zu Waldbränden. Die Kanarische Kiefer leidet jedoch nur äußerlich unter dem Feuer, der eigentliche Stamm bleibt meist unbeschadet. Nur sehr junge oder alte Bäume sterben ab. Der restliche Kiefernbestand erholt sich außerordentlich schnell. Extreme Temperaturunterschiede und bescheidene Niederschläge führen dazu, dass ab 2.000 Höhe nur sehr wenige Pflanzen überleben können. Dazu zählen vor allem der Teide-Ginster (Retama) und der Codesco-Strauch, mit seinen gelben Blütenständen. Im 16. Jhd. wurde auf den Kanaren der Feigenkaktus eingeführt. Er ist recht anspruchslos und bedeckt bis in mittlere Höhen hinauf die Hänge der Insel. Seine Früchte sind eßbar. Früher wurde darauf die Cochenille-Schildlaus gezüchtet, aus der ein roter Farbstoff gewonnen werden kann. Vor allem in der Gegend um El Paso gedeihen zahlreiche Mandelbäume und Eßkastanien. Die spanischen Eroberer brachten zahlreiche üppig blühender Zierpflanzen auf die Insel. Häufigster Vertreter sind Oleander, Hibiskus, Bougainvillen und der Afrikanische Tulpenbaum. Im Winter sieht man fast überall den scheinbar wie „Unkraut“ wachsenden roten Weihnachtsstern, dessen dichte Büsche hier durchaus 3-4 m hoch werden können. Selbstverständlich gedeiht hier auch die allseits so beliebte Strelizie.
Drachenbäume bei Las Tricias
Fauna Die Tierwelt hat dagegen wesentlich weniger zu bieten. La Palma hat jedoch durchaus auch hier einen relativ hohen Anteil an Endemiten aufzubieten. Bis auf eine sonst nur auf Madeira und den Westkanaren vorkommenden Fledermausart, existieren auf La Palma keine wildlebenden Säugetiere. Kaninchen, Ratten und Mäuse kamen erst mit dem Menschen auf die Insel. Mufflons wird man selten zu Gesicht bekommen, eher schon Ziegen und den ein oder anderen ausgewilderten Hund. Echsen wird man, vor allem im Sommer, fast überall fotografieren können. Vorherrschend ist die der Zauneidechse ähnelnde Palma-Eidechse, deren Männchen eine starke Blaufärbung des Halses aufweisen. Die bis zu 20 cm großen Walzenechsen bekommt man da schon etwas seltener vor die Linse. Mit den lustigen Geckos macht man in diversen Gartenanlagen und Behausungen häufiger Bekanntschaft. Sie können sich mit ihren saugnapfähnlichen Haftzehen auch an der glattesten Wand äußerst schnell fortbewegen. Einziges „giftiges“ Lebewesen ist der bis zu 10 cm lange Tausendfüßler. Er hält sich überwiegend unter Steinen auf. Sein Biß kann auch dem Menschen gefährlich werden, wirklich „tödliche“ Begegnungen sind aber wohl nicht bekannt. Auf La Palma leben ca. 50 Brutvogelarten, viele Zugvögel sind Wintergäste. Diverse Arten, wie Blaumeise und Buchfink, haben inselspezifische Unterarten entwickelt. Eine Unterart der Alpenkrähe ist die „Graja“, mit schwarzem Gefieder und leuchtend rotem Schnabel. Im Barranco del Agua kann man mit etwas Glück dem Gesang der „Kanarischen Nachtigall“ lauschen, einer Unterart der Mönchsgrasmücke. Ferner sind noch Amseln, Raben, Spechte und Tauben verschiedenster Arten anzutreffen. Häufig wird man Turmfalken sehen, die im typischen Rüttelflug ihre Kreise ziehen. Auch Mäusebussard und Sperber sind vertreten. Selbst Nachtjäger wie die Waldohreule, der Uhu und die Schleiereule sind vorhanden, allerdings so gut wie gar nicht zu sehen. Bei den Seevögeln zu nennen sind vor allem die Silbermöwe, die Seeschwalben, Reiher, Gelbschnabelsturmtaucher sowie Wattvögel wie der große Brachvogel, Steinwälzer und Strandläufer. Ca. 85 % der Tierwelt machen die Insekten aus. Schmetterlinge wie der Kanarische Admiral, Kohlweißling, Zitronenfalter und Monarchfalter, fliegen auf La Palma das ganze Jahr. Es finden sich auch einige Käfer wie z.B. der Nashornkäfer. Von den bekannten Heuschreckenplagen wird die Insel nur selten heimgesucht. Die Meeresfauna ist kanarentypisch extrem stark ausgebildet. Sie umfaßt etwa 400 Arten von Fischen und Meerestieren. Den Unterwasserfotografen wird es freuen. In kanarischen Gewässern leben 15 Haiarten und fast 20 Walarten. Schiffe werden nicht selten von großen Delfinschwärmen begleitet. Die „Portugiesische Galeere“, die Blasenqualle, kann ein unangenehmer Geselle werden. Die handtellergroße Rote Felsenkrabbe kann vor allem in den zahlreich vorhandenen kleinen Häfen meist leicht fotografiert werden. Die Tiere sind jedoch äußerst scheu und reagieren schon bei der leisesten Bewegung mit Flucht.
Ureinwohner und Petroglyphen La Palma ist eine Insel auf der man an vielen Stellen auf Spuren der kanarischen Ureinwohner trifft. Die Guanchen lebten bis zur Zeit der spanischen Eroberer im 15. Jhd. in einer Art Steinzeitkultur. Sogenannte Petroglyphen, spiralförmige Felsgravierungen und Inschriften, zeugen von ihrer Existenz. Sie sind bis heute nicht eindeutig entziffert. Man findet die Gravierungen meist an Höhlen und ehemaligen Kultstätten. Am bekanntesten sind die Fundstätten der Cueva de Belcamo, La Zarza/La Zarcita sowie La Fajana.
Petroglyphen bei La Zarza
Nach der Eroberung durch die Spanier kam es zu Vermischungen beider Gruppen, so dass in vielen Palmeros auch heute noch ein Guanche steckt.
Fotografieren auf La Palma La Palma ist ein ganzjährig lohnendes Fotoziel. Das Klima ist subtropisch geprägt. Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter sind gering. Der Jahresdurchschnitt liegt bei 23 ºC am Tage. Wetterbestimmend ist der Nord-Ost-Passat. Er bringt feuchtere Luftmassen, die an den Bergen aufsteigen und im Verlaufe des Tages weite Teile der Insel, besonders jedoch den Osten, in eine dicke Wolkendecke hüllen. Mitunter kann die Insel jedoch auch unter den Einfluß heißer Winde aus der Sahara, wie z.B. dem Calima geraten. Die Temperaturen steigen dann stark an und die Sicht wird tagelang eingetrübt. Nicht unbedingt optimales „Fotowetter“. Das Wetter ist also nicht immer stabil. Es kann zu schweren Unwettern kommen und auch sehr heiß werden. Im Juli 2007 wurden auf La Palma für einige Tage Temperaturen von 44 ºC gemessen. Der Calderakamm kann in den Wintermonaten mit Schnee überzuckert werden. Dem muß der Fotograf Rechnung tragen, hält er sich doch häufig im Gebirge auf. Das Wetter kann binnen weniger Minuten umschlagen und Schutzhütten sind fast kaum vorhanden. Hüllt sich der Weg erst einmal in dichten Nebel, mit Sichtweiten von vielleicht 10-20m, wird die Orientierung sehr schwer. Fotografieren wird dann die geringste Sorge sein. Dieser Beitrag beschränkt sich auf die Landschafts- und Naturfotografie. Nur am Rande sei bemerkt, dass auch der kulturell und architektonisch interessierte Fotograf auf seine Kosten kommen kann. In einer Stadt wie z.B. der Hauptstadt Santa Cruz könnte man sich ohne weiteres 3 Wochen fotografisch austoben, es würde nie langweilig. Darüber hinaus wird auch dem Astrofotografen ein Fotoziel der Extraklasse geboten. Die zahlreichen Astrophysikalischen Institute werden wissen warum. Die Luft ist meist sehr klar und die Lichtmenge sehr gering. La Palma verfügt gar über ein „Lichtgesetz“ mit dem Ziel, die Lichtmenge in der Nacht zu begrenzen. Die aussichtsreichsten Orte für schöne Fotos sind meist nur per pedes zu erreichen. Das bedeutet häufig mehrstündige beschwerliche Wanderungen. Der Fotograf sollte eine entsprechende Kondition mitbringen. Trittsicherheit ist immer, Schwindelfreiheit sporadisch erforderlich. Er wird zudem lernen müssen, auch ohne „goldene Stunde“ ansprechende Fotos zu machen, da er die vielversprechenden Orte zu dieser Zeit fast nie erreichen kann, bzw. nicht zeitig zurück kommt (nicht wenige Pfade sind bei Dunkelheit lebensgefährlich). Auch das Equipment muß „abspecken“. Meist genügt neben der Kamera ein Zoom, das von Weitwinkel in den mittleren Telebereich führt. Da viele Wege durch Vulkanasche führen, wird man sich im Falle der digitalen Variante mit dem Thema Sensorreinigung des öfteren auseinandersetzen müssen. Ein Stativ setze ich meist nicht ein, um Gewicht zu sparen. Das Licht ist meist ausreichend und der Wind häufig so stark, dass ein Stativ nur selten Gewinn bringt. Gute Objektive mit Bildstabilisator sind hier wesentlich sinnvoller. Im Auto führe ich natürlich stets ein Stativ mit, gelingen mir doch so nach anstrengender „Fotowanderung“ ansprechende Nachtaufnahmen.
Santa Cruz bei Nacht
La Palma ist keine Insel, die man mal eben in 2 Wochen „abfotografiert“. Ich war nun schon insgesamt 8 Wochen dort und habe immer noch nicht alle Motive wie gewünscht realisieren können. Dennoch kann man sich einen guten Überblick verschaffen und viele schöne Fotos machen, wenn man sich auf die „Paraderouten“ begibt, quasi die „Hotspots“ der Insel. Hier die Lohnendsten:
· Caldera de Taburiente: Dem riesigen Erosionskrater kann man sich auf verschiedene Weise nähern. Einfachste Möglichkeit ist die Fahrt auf den Roque de Los Muchachos. Vom Gipfel überblickt man große Teile der Insel und schaut 1.700 m tief in den Krater. Ein weiterer herrlicher Spot ist die „Cumbrecita“ mit den beiden Miradoren „Los Chozas“ und „Los Roques“. Wesentlich beschwerlicher, aber unbedingt empfehlenswert, ist ein Streifzug durch die Caldera selbst. Beeindruckend ist u.a die „Schlucht der Todesängste“, vorbei an zahlreichen Wasserfällen, dem „Roque Idafe“ einem Guanchenheiligtum, stets begleitet vom Taburientebach, dem einzigen Fluß der Kanaren, der ganzjährig Wasser führt. Wer will, kann einen Abstecher zur „Cascada de Colores“, den Farbenwasserfall oder der „Cascada de la Fondada“, dem mit 100 m höchsten Wasserfall der Insel unternehmen. Mit Genehmigung der Nationalpark-Verwaltung kann man in der Caldera auch Zelten. · Ruta de los Volcanes“: Auch die „Straße der Vulkane“ ist Pflicht. Der 21 km lange Pfad führt an mehr als 100 Vulkankegeln entlang. Er durchstößt die Baumgrenze bei knapp 2.000 m. Wunderbare Aufnahmen in den schönsten Farben sind hier möglich, die Caldera-Randberge können schon fast aus der Vogelperspektive aufgenommen werden und die Ausblicke reichen fast über die gesamte Insel. · Pico Bejenado: Der in der Mitte der Caldera gelegene 1.857 hohe Berg ist der einzige „echte“ Aussichtsgipfel La Palmas. Spektakuläre Ansichten ins Innere der Caldera einschließlich „Wolkenwasserfälle“ über die Cumbre Nueva inbegriffen. · Barranco de la Zarza: Eindrucksvoller Streifzug durch einen der schönsten Barrancos La Palmas. Er führt uns mitten durch den Urwald und bietet uns ganz nebenbei die Möglichkeit des Besuchs der eindrucksvollsten Petroglyphen-Fundstätte. · Las Tricias: Herrliche Ausblicke auf das Meer. Zahlreiche Drachenbäume, Scharen von Eidechsen und auch hier Petroglyphen. · San Antonio und Teneguía: Zwei mustergültige Vulkane auf einen Streich. Pirsch durch die jüngste Vulkangeschichte und ausgedehnte Lavafelder. · Los Tilos und La Galga: Der Weg führt uns meist durch den Barranco del Agua und durch den größten zusammenhängenden Lorbeerurwald Europas. Es ist gleichsam die wasserreichste Region La Palmas, u.a. mit den Quellen von Marcos y Corderos. Hier kann man neben den Lorbeerbäumen, Riesenfarne, Lianen und zahlreiche Endemiten fotografieren. Die meisten Vögel sind nicht besonders scheu. Buchfinken habe ich mit leichtem Tele fotografieren können.
Fazit La Palma bietet alles, was das Fotografenherz erfreut. Und das Beste: Die meisten Spots hat man Abseits großer Touristenströme für sich allein. Häufig bin ich kilometerweit durch die Insel gezogen und bin Niemandem begegnet. So kann man sich herrlich auf das Fotografieren konzentrieren und es laufen nicht ständig Leute ins Bild.
Blick vom Roque de Los Muchachos
Nähert man sich der Insel mit der nötigen Muße und Respekt, hat man mit La Palma ein Fotoziel, bei dem man auf engstem Raum unterschiedlichste und eindruckvolle Fotostrecken realisieren kann, ohne dafür extra andere Kontinente besuchen zu müssen. Zudem wird man auch noch Bilder mitbringen, die nicht schon 1.000 mal erschienen sind. Auch das kann ja Kriterium für die Auswahl eines Fotoziels sein. In diesem Sinne: Vamos a La Palma! |